18.02.2010

Zeitungsartikel:

Brandstiftung Mischelbach

Einer ist entlastet

Ein Polizei-Spürhund bestätigt das Alibi des mutmaßlichen Täters

  MISCHELBACH - Vier Brände in nur einem halben Jahr: Die Serie der Brandstiftungen in Mischelbach wird immer mysteriöser. Auch nach dem jüngsten Brand am vergangenen Sonntag gingen keine verwertbaren Hinweise ein. Ein früherer Verdächtiger ist indes durch einen Spürhund entlastet worden. Ein Dorf ist ratlos.

  “Der ganze Ort rätselt, was das soll”, schilderte ein Mischelbacher gegenüber unserer Zeitung die Stimmung nach dem jüngsten Brand vom Sonntag. Wie berichtet, hatte es in einem landwirtschaftlichen Anwesen in der Hinteren Gasse erneut gebrannt. Kurz vor 5.00 Uhr morgens, als das Landwirts-Ehepaar in den Stall gehen wollte, hatte es im Dachgeschoss den Brand entdeckt. Das Feuer, das bereits auf das Dachgebälk übergegriffen hatte, konnte der Landwirt selbst löschen. Dennoch richtete der Brand einen Schaden von rund 10 000 Euro an.

  Der Landwirt wurde bereits zum zweiten Mal in kürzester Zeit Ziel des Brandstifters, auf den es noch immer keine konkreten Hinweise gibt. “Wir tappen da noch im Dunkeln”, sagte der Leitende Oberstaatsanwalt Gerhard Karl unserer Zeitung. Karl geht davon aus, dass es mindestens zwei Täter gibt.

  “Es kann jeder gewesen sein”, glauben die Mischelbacher seit Sonntag. Außer der mutmaßliche Brandstifter, der wegen der Brandserie vom Sommer 2009 bereits in U-Haft saß. Zumindest für den jüngsten Brand ist er entlastet: eine freiwillige Überprüfung mit einem Spürhund bestätigte, dass er am Sonntag nicht am Brandort war. Die Serie von Brandstiftungen wird immer mysteriöser.

  Zwei Dinge erhärten sich jedoch auch nach diesem Brand: Der mutmaßliche Brandstifter muss einerseits über sehr gute Ortskenntnisse verfügen. Andererseits geht er höchst professionell und geplant vor und wird auch nie inflagranti erwischt. “Mystisch” und “verrückt” sind nur zwei Vokabeln, mit denen die Mischelbacher versuchen, ihre Ratlosigkeit in Wort zu fassen. Auch wenn jeder dort sehr wachsam und sensibilisiert sei, herrsche dennoch keine schlechte Stimmung in Mischelbach, sagt ein Insider.

  Dafür nimmt die Angst zu, hat Ortssprecherin Hannelore Wechsler wahrgenommen. Wer ist der Unbekannte, der den Ort nicht zu Ruhe kommen lässt? Eine Frage, die auch die Kripo immer mehr unter Erfolgsdruck setzt. Inzwischen sind alle Spuren gesichert und werden derzeit ausgewertet, sagte gestern Kripo-Sprecher Robert Schmitt auf Anfrage. “Wir tun alles Erdenkliche, um den Fall aufzuklären. Mischelbach hat bei uns deshalb derzeit höchste Priorität.”

(Artikel von MARKUS STEINER aus dem Weißenburger Tagblatt vom 18. Februar 2010, Lokalteil S. 1)


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