27.02.2010

Zeitungsartikel:

28-Jährige legt Geständnis ab

Mischelbacher Brandstifterin gefasst

In dem Pleinfelder Ortsteil brannte es seit August fünfmal - Bestürzung und Erleichterung zugleich

  MISCHELBACH - Die Brandstiftungen in Mischelbach sind geklärt. Die Polizei hat eine 28-Jährige aus dem Ort festgenommen. Sie hat gestanden, im vergangenen halben Jahr fünf Brände in Mischelbach gelegt zu haben.

  Von einem klassischen Feuerteufel will Polizeipressesprecher Robert Schmitt bei der Tatverdächtigen aber keineswegs sprechen. Der Beamte äußerte sich gestern auf die Frage nach dem Motiv gegenüber unserer Zeitung nur sehr vage und sprach davon, dass dieses im “persönlichen Bereich” zu suchen sein dürfte. Die Frau werde “sozial und medizinisch” betreut.

  In Mischelbach selbst sorgte die Information von der Festnahme gestern für große Bestürzung. Denn die mutmaßliche Täterin ist mit den Inhabern eines der Anwesen, in dem es mehrfach brannte, verwandt. “Für uns ist das unfassbar”, sagte beispielsweise Ortssprecherin Hannelore Wechsler sichtlich betroffen.

  Bei aller Tragik, die die Festnahme damit in sich birgt, sind die Einwohner des Pleinfelder Ortsteils aber sicher auch froh, dass nun klar ist, wer für die Taten verantwortlich ist. “Es gab schon Anzeichen dafür, dass das Misstrauen wächst”, hat Bürgermeister Josef Miehling in den vergangenen Wochen beobachtet. Keiner wollte nachts noch allein unterwegs sein, um nicht in Verdacht zu geraten.

  Der erste Brand in Mischelbach ereignete sich Ende August vergangenen Jahres. Eine zweistöckige Scheune brannte völlig aus. Der Sachschaden betrug etwa 180 000 Euro. Im selben Anwesen brach im November und diese Woche am Donnerstag nochmals ein Feuer aus, die jedoch beide rasch gelöscht werden konnten. So entstanden keine größeren Gebäudeschäden.

  Nach dem Brand am Donnerstag nahm die Kripo die junge Frau zu Vernehmungen mit nach Ansbach. Dort gestand sie schließlich gegenüber den Brandfahndern, die drei Feuer an dem einen Anwesen gelegt zu haben. Nach weiteren Vernehmungen räumte sie gestern Vormittag schließlich ein, auch für die beiden weiteren Brandstiftungen in Mischelbach verantwortlich zu sein. Ende November waren nahe der Ortschaft 250 Strohballen niedergebrannt. Mitte Februar war in der Scheune des Nachbaranwesens ein Feuer ausgebrochen. Bei diesen beiden Bränden entstand ein Sachschaden von insgesamt 20 000 Euro. Bei allen fünf Feuern in Mischelbach wurden keine Menschen verletzt.

  Ob die Frau auch die Feuer im Sommer in Ellingen und Holzingen gelegt hat, war gestern noch offen. Dabei handelte es sich aber auch nur um kleinere Brände. Mit dem Geständnis der 28-Jährigen ist der bisherige Hauptverdächtige entlastet. Obwohl sich einige der Brände ereigneten, während der 46-Jährige in Untersuchungshaft saß, hielt die Staatsanwaltschaft in Ansbach bis vor Kurzem an dem Mischelbacher als Hauptverdächtigen fest.

  Die Staatsanwaltschaft Ansbach hat Haftantrag wegen vorsätzlicher schwerer Brandstiftung gegen die 28-Jährige gestellt. Ob die Frau in Untersuchungshaft bleibt, stand gestern bei Redaktionsschluss noch nicht fest.

ROBERT MAURER

(Artikel aus dem Weißenburger Tagblatt vom 27./28. Februar 2010, Lokalteil S. 1)


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