07.03.2010

Zeitungsartikel:

Was leisten die Feuewehren?

Die Gemeinden haben als Pflichtaufgabe dafür zu sorgen, dass drohende Brand- und Explosionsgefahren beseitigt und Brände wirksam bekämpft werden sowie ausreichende technische Hilfe bei sonstigen Unglücksfällen oder Notständen im öffentlichen Interesse geleistet wird.
Zur Erfüllung dieser Aufgaben haben die Gemeinden gemeindliche Feuerwehren aufzustellen, auszurüsten und zu unterhalten. Demnach sind gemeindliche Feuerwehren öffentliche Einrichtungen der Gemeinden.
Die Einsatzkräfte der Freiwilligen Feuerwehren werden in der Regel von Feuerwehrvereinen gestellt. Der Feuerwehrdienst wird in der Regel ehrenamtlich geleistet. Die Feuerwehrdienstleistenden haben an Einsätzen, Ausbildungsveranstaltungen, Sicherheitswachen und am Bereitschaftsdienst teilzunehmen.

Die vorgenannten Bestimmungen des Bayerischen Feuerwehrgesetzes sind ein Ausschnitt aus den rechtlichen Grundlagen für die gemeindlichen Feuerwehren.

In der Marktgemeinde Pleinfeld existieren insgesamt 11 Feuerwehren, mit Pleinfeld als der Stützpunktwehr. Alle 11 Feuerwehren der Gemeinde Pleinfeld bilden den Brandkreis 1 im Landkreis Weißenburg. Der zuständige Kreisbrandmeister für den Brandkreis 1 ist Erich Herzner, der auch in Personalunion das Amt des 1. Kommandanten bei der Freiwilligen Feuerwehr Pleinfeld ausübt.

Wann nimmt man die Feuerwehr wahr? Meist nur dann, wenn Sie im Einsatz ist und mit Blaulicht und Martinshorn ausrückt. Nachdem die Alarmierung der Feuerwehren über mobile Funkrufempfänger erfolgt und nur in ganz wenigen Ausnahmefällen in Pleinfeld die Sirenenalarmierung angewandt wird, ist die Wahrnehmung in der Öffentlichkeit nur untergeordnet. Trotzdem gibt es immer wieder Bürgerinnen und Bürger, die sich bei nächtlichen Einsätzen durch das Martinshorn in ihrer Nachtruhe gestört fühlen.

Bereits vorher wurden die Feuerwehrkräfte in ihrer Nachtruhe gestört, sind in Eile aufgestanden und zum Feuerwehrhaus geeilt um dort zu der Einsatzstelle auszurücken, um dafür zu sorgen, dass andere Personen, die durch Brand, Unfall oder durch sonstige Schadensereignisse betroffen sind, zu helfen. Bei der Alarmierung werden oft unklare Meldungen über die Art und den Umfang des jeweiligen Schadensereignisses informiert, so dass das bei Meldung und Alarmierung durchgegebene Ereignis angenommen werden muss. Dass das tatsächliche und gemeldete Ereignis oft gravierend voneinander abweicht soll das Beispiel dienen, das vor einiger Zeit bei der Feuerwehr einging. Die Meldung lautete: “Brand am Sportheim Pleinfeld”. Als die Feuerwehrkräfte am Brandort eintrafen, hatte lediglich ein im Freien postierter Papierkorb gebrannt. Die Feuerwehr bittet deshalb um Verständnis, dass es im Einsatzfall zu Ruhestörungen kommen kann.

Damit die Feuerwehren für den Ernstfall gerüstet sind, bedarf es einer ganzer Reihe von Übungen und Vorbereitungen, sowie vieler Stunden ehrenamtlicher Arbeit. Exemplarisch an der Freiwilligen Feuerwehr Pleinfeld, für alle Wehren im Brandkreis 1 wollen wir dies anhand einiger Zahlen aus dem Jahr 2009 darlegen.

Zahl der Aktiven Feuerwehrdienstleister: 57 Personen
Zahl der Mitglieder der Jugendfeuerwehr: 20 Personen
Zahl der Monatsübungen: 10
Teilnehmer an den Übungen: 303 Personen
Durchschnittliche Teilnehmer je Übung: 30,3 Personen
Durchschnittliche Stunden je Aktiver: 13,3 Stunden
Zahl der sonstigen Übungen: 9
Teilnehmer an den Übungen: 101 Personen
Durchschnittliche Teilnehmer je Übung: 11,2 Personen
Durchschnittliche Stunden je Aktiver: 4,4 Stunden
Zahl der Maschinistenübungen (23 Maschinisten): 6
Teilnehmer an den Übungen: 59 Personen
Durchschnittliche Teilnehmer je Übung: 9,8 Personen
Durchschnittliche Stunden je Aktiver: 5,1 Stunden
Zahl der Atemschutzübungen (35 Geräteträger): 6
Teilnehmer an den Übungen: 64 Personen
Durchschnittliche Teilnehmer je Übung: 10,7 Personen
Durchschnittliche Stunden je Aktiver: 3,7 Stunden
Zahl der Einsätze: 61
Teilnehmer an den Übungen: 632 Personen
Durchschnittliche Teilnehmer je Übung: 10,4 Personen
Durchschnittliche Einsatzstunden je Aktiver: 23,5 Stunden
Zahl der Weiterbildungen (auch) für andere Wehren: 32
Zahl der Gerätewarte und Helfer: 23 Personen
Durchschnittliche Zahl der Helfer: 6 Personen
Durchschnittliche Stunden je Helfer: 16,7 Stunden
Zahl der Erstausbildungen (auch) für andere Wehren: 8
Zahl der Gerätewarte und Helfer: 23 Personen
Durchschnittliche Zahl der Helfer: 10 Personen
Durchschnittliche Stunden je Helfer: 17,4 Stunden
Zahl der Jugendübungen: 21
Gesamtstunden der Jugendübungen: 230 Stunden
Teilnehmer an den Kreisjugendfeuerwehrtagen (2): 20 Personen

Darüber hinaus werden die aktiven und passiven Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehren, sowie deren Partner im Rahmen von etlichen Vereinsaktivitäten, wie z. B. in Kürze beim Bockbierfest gefordert und betreiben damit auch eine nicht unerhebliche Imagewerbung für die Feuerwehren und dem Dienst in der Freiwilligen Feuerwehr. Die Leistungen der Feuerwehren sind für eine Gemeinde unerlässlich und verdienen auch eine entsprechenden Anerkennung, die Bürgermeister Josef Miehling auch im Namen des Gemeinderates bei den Generalversammlungen, anlässlich der Leistungsprüfungen, bei Jubiläen oder auch bei den erst kürzlich stattgefundenen Bürgerversammlungen zum Ausdruck bringt.

(Artikel aus der Pleinfelder “Bürger-Info”, Ausgabe März 2010, S. 18 + 19)


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