12.04.2010

Zeitungsartikel:

Fünfter Defibrillator in Pleinfeld

Schon vier Menschenleben gerettet

Neues Gerät ist an der Feuerwehr-Atemschutzstrecke stationiert -
Das BRK stellt die Ausbildung sicher

Gegen den Herztod: Gudrun Mödl und Petra Efinger von der Pleinfelder
            Bürgerwerkstatt überreichten der Feuerwehr eine Spende, mit der ein Defibrillator an der
            Atemschutzstrecke stationiert werden kann. Darüber freuten sich Kommandant Erich Herzner, BRK-Ausbilder
            Dieter Bachmaier, Kreisbrandmeister Norbert Gerstner, BRK-Kreisgeschäftsführer Rainer Braun, Heinz
            Feistner und der 2. Kommandant Hans Koller.

  PLEINFELD - An der Atemschutzstrecke der Feuerwehren in Pleinfeld gibt es einen Defibrillator. Ermöglicht wurde dies durch eine Spende der Pleinfelder Bürgerwerkstatt, die damit die Arbeit der Wehren unterstützen will.

  Das Feuerwehrhaus in Pleinfeld beherbergt seit 1984 die Atemschutzstrecke für die Feuerwehren im Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen. Regelmäßig üben dort zahlreiche Frauen und Männer aus den Wehren der Region, um sich auf Löscheinsätze unter Atemschutzbedingungen vorzubereiten. Es liegt in der Natur der Sache, dass solche Einsätze und folglich auch die Übungsszenarien mit erhöhter körperlicher Belastung verbunden sind. Sollte ein Atemschützer Herzprobleme bekommen, kann nun mit dem Defibrillator rechtzeitig eingegriffen werden.

  Neben der Spende der Bürgerwerkstatt, die von Gudrun Mödl und Petra Efinger an Kreisbrandmeister Norbert Gerstner und die Pleinfelder FFW-Führung übergeben wurde, ist auch der Kreisverband Südfranken des Bayerischen Roten Kreuzes involviert. Die BRKler um Dieter Bachmaier stellen die Aus- und Fortbildung der Wehrmänner am Defibrillator sicher.

  Für über 80 Prozent der plötzlichen Herztode sind Herzrhythmusstörungen - und dabei besonders das Kammerflimmern - verantwortlich. Eine unverzügliche Erstbehandlung durch den Einsatz eines Defibrillators kann lebensrettend sein. Das war Rainer Braun zufolge in Pleinfeld bereits mehrmals der Fall. Mit den Defis bei der Rotkreuzbereitschaft, in der Sparkasse, im Mehrgenerationenhaus und in der Brombachhalle konnten vier Menschenleben gerettet werden, so der Geschäftsführer des BRK-Kreisverbandes.

  Einer von ihnen war Heinz Feistner, der als besonderer “Ehrengast” bei der Defi-Übergabe zugegen war. Der ehemalige stellvertretende Kommandant der Pleinfelder Feuerwehr hatte im Oktober vergangenen Jahres in der Brombachhalle einen Herzinfarkt erlitten. Sein Herz hatte aufgehört zu schlagen. Dank des in der Hauptschule vorhandenen Defibrillators und des beherzten Eingreifens zufällig anwesender Ersthelfer konnte er wiederbelebt, nach Eintreffen des BRK-Rettungsdienstes in die Kreisklinik Gunzenhausen gebracht werden und das Krankenhaus nach fünf Tagen ohne jegliche weitere Spätschäden wieder verlassen.

  Heinz Feistner nutzte die Gelegenheit, um sich bei seinen “Lebensrettern” zu bedanken und für das Projekt “Kampf dem Herztod” zu werben. Sein ebenso einfaches wie griffiges Schlusswort: “Ohne Euch und dieses Ding läge ich seit sechs Monaten auf dem Friedhof.” Viel bessere Werbung dürfte es kaum geben.

(Artikel aus dem Weißenburger Tagblatt vom 29. April 2010)


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