Einsatz vom 19.08.2010  
Datum/Uhrzeit 19.08.2010, 13:40 - 18:30 Uhr
Einsatz Brand einer Trafostation bei Ottmarsfeld
Alarmierung Melderschleife 179 (Sammelruf)
Eingesetzte Kräfte / Fahrzeuge eigene fremde
19 Feuerwehrleute
Einsatzleitwagen
Hilfeleistungs-Löschgruppenfahrzeug
Tanklöschfahrzeug
Drehleiter
FF Ellingen
FF Fiegenstall
FF Höttingen
FF Ettenstatt
Polizei
Rettungsdienst
Einsatzbericht

Am Donnerstagnachmittag brannte eine Trafostation im Solarpark Fiegenstall komplett aus.

Bereits während der Anfahrt stellte sich das erste Problem, da die Zugangstore verschlossen und mit starken Ketten zusätzlich gesichert waren. Nur unter Einsatz der hydraulischen Rettungsschere konnten wir uns Zugang zum Areal verschaffen.

An der Trafostation, die mitten im Solarpark positioniert ist, war aus allen Lüftungsgittern starker Rauch und teilweise offenes Feuer feststellbar. Die Löscharbeiten wurden jedoch zunächst dadurch verhindert, da zusätzlich zu der Tatsache, dass kein Schlüssel für die Trafostationen vor Ort war, die Solarzellen weiterhin Strom produzierten und somit nach wie vor Hochspannung an der Station anlag. Aus diesem Grund beschränkten wir uns zunächst darauf, einen Brandschutz von außen sicher zu stellen.

Der verständigte Betreiber schaltete zwar aus der Entfernung zunächst die Mittelspannungskabel ab, jedoch wurde weiter Strom von den Solarzellen übertragen. Zwei Mitarbeiter wurden zur Einsatzstelle geschickt, die mit den Schlüsseln jedoch von Schweinfurt aus anfahren mussten. Nach deren Eintreffen ca. 2,5 Stunden später stellte sich heraus, dass wir uns jetzt zwar Zugang in das Häuschen an sich verschaffen konnten, die Schlüssel für die Schaltkästen zum Abschalten der Solaranlage jedoch in der bereits völlig ausgebrannten Trafostation vorgehalten worden waren. Aus diesem Grund entschieden wir uns, die Schlösser der Verteilerschränke aufzubrechen.

Nachdem die Station damit endlich spannungsfrei war, konnten die Glutnester und die verbliebenen Reste des Inneren abgelöscht werden. Nach Auskunft des Betreibers wird der Schaden auf ca. 200.000 Euro, da die Trafostation sowohl von innen als auch von außen komplett erneuert werden muss. Zudem kann wegen der Schäden für die nächsten sonnenreichen Tage kein Strom aus dem Solarpark in das Stromnetz eingespeist werden.

(Einsatzbericht von Uwe Groß)

Bilder
Zeitungsberichte

Hoher Schaden durch Feuer
in der Solar-Trafostation

  FIEGENSTALL - Der Einsatz für die Feuerwehren Ellingen und Pleinfeld war komplettes Neuland: Gestern Nachmittag brannte im Solarpark nahe Ottmarsfeld eines der Trafohäuschen völlig aus. Doch die Wehrmänner konnten zunächst nicht eingreifen und mit Wasser löschen, denn die Gefahr eines Stromschlags war zu groß. Erst als die Fachleute das Trafohaus von der 20-kV-Leitung sowie den Gleichstrom liefernden Solarmodulen entkoppelt hatten, konnten die Löscharbeiten beginnen. Bis dahin mussten sich die Wehrmänner um den Ellinger Kreisbrandrat Jürgen Zachmann sowie den Pleinfelder FFW-Kommandanten Erich Herzner (rechts und links im Bild) darauf beschränken, ein Übergreifen des Feuers auf das trockene Gras und die Solarmodule zu verhindern. Ursache des Brandes war vermutlich ein technischer Defekt. Nach ersten Schätzungen entstand ein Schaden im höheren sechsstelligen Bereich. Zudem wird ein Teil des Solarparks in den nächsten Wochen keinen Strom ins öffentliche Netz einspeisen können.

(aus dem Weißenburger Tagblatt vom 20.08.2010, Lokalteil S. 1, Foto: Heubeck)


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