13.09.2015

Zeitungsartikel:

Freiwillige Feuerwehr Pleinfeld präsentierte sich beim Tag der offenen Tür

Unter dem Rauch, über den Dächern

Infos zu Rauchmeldern gab es ebenso wie Fahrten mit der Drehleiter -
Die Atemschutzstrecke gezeigt

Im Brandfall zählt jede Minute: Deshalb sind Rauchmelder so eminent wichtig, um frühzeitig auf ein Feuer hinzuweisen. Frank Heller von der Pleinfelder Feuerwehr erklärte anhand eines Modellhauses, wie schnell sonst der Rettungsweg abgeschnitten sein kann. Wer wollte, konnte sich bei Tag der offenen Tür auch mit der Drehleiter nach oben bringen lassen und Pleinfeld von oben betrachten. Fotos: Maurer

  Pleinfeld (mau) - Spaß und Information kombiniert hat der Tag der offenen Tür der Pleinfelder Feuerwehr. Die Besucher konnten mit der Drehleiter einen Blick von oben auf den Ort werfen, die Kinder konnten ihr Geschick an ein paar Spielstationen testen, und die Mitglieder informierten sich detailliert über das Thema Rauchmelder.

  Seit Januar 2014 sind diese in Neubauten bereits Pflicht, und bis Ende 2017 müssen Vermieter bestehende Wohnungen entsprechend nachrüsten (Anmerkung/Hinweis FF Pleinfeld: nicht nur Miet-, sondern sämtliche Wohnungen müssen bis 31.12.2017 mit Rauchmeldern nachgerüstet werden). Aus Sicht von Frank Heller ein längst überfällige Verpflichtung, denn Rauchmelder können echte Lebensretter sein. Bis man als Bewohner den Ausbruch eines Feuers bemerkt, ist einem oft schon der Fluchtweg durch die Flammen versperrt. Der Rauchmelder schlägt einfach früher Alarm und gibt einem die Zeit, um ein brennendes Gebäude noch rechtzeitig zu verlassen.

  Das demonstrierte Frank Heller anschaulich mithilfe eines Spielzeughauses, das sich die Pleinfelder von den Kollegen in Gunzenhausen ausgeliehen hatten. Plötzlich war das ganze Haus verraucht und der Weg nach außen war versperrt. Unbedingt sollten in jedem Wohn- und Schlafraum Rauchmelder installiert werden, riet Heller. Eher problematisch ist der Betrieb allerdings in der Küche und im Bad. Hier können Dämpfe zum Fehlalarm führen. (Anmeldung/Hinweis FF Pleinfeld: Laut Gesetzgeber ist die Anbringungen in Schlafräumen, Kinderzimmern sowie Fluren, die zu Aufenthaltsräumen führen, vorgeschrieben.)

  Wie sich der Rauch in einem Raum auswirkt und anfühlt, erlebten die Besucher in einem Zelt. Am besten ist die Sicht tatsächlich in Bodennähe. Das wissen auch die Feuerwehrmitglieder, die die Atemschutzausbildung durchlaufen haben. Sie müssen ihr Wissen regelmäßig in der Teststrecke im Pleinfelder Feuerwehrhaus beweisen. Seit September 1984 läuft die Atemschutzausbildung für den ganzen Landkreis in Pleinfeld. Inzwischen ist die Atemschutzstrecke sichtlich in die Jahre gekommen, wenn man sich die technische Ausstattung betrachtet, aber sie erfüllt noch ihren Zweck.

  Als verantwortlicher Kreisbrandmeister führte Norbert Gerstner Interessierte durch das Haus und erläuterte die Schwierigkeiten, mit denen sich die Atemschutzträger konfrontiert sehen. Theoretisch reichen die 1800 Liter Luft, die in die Pressluftflasche gedrückt werden, für eine Dreiviertelstunde. Doch im Ernstfall eines Brandes steigt der Sauerstoffbedarf durch die Belastung sprunghaft an und kann dann auch bei nur noch 20 Minuten liegen. Dabei müssen die Feuerwehrler immer einkalkulieren, dass sie ja auch noch eine Reserve brauchen, um wieder ins Freie zu kommen.

Mehr Frauen

  Gut findet Gerstner, dass der Anteil der Frauen unter den Atemschutzträgern in den vergangenen Jahren spürbar gestiegen ist. In jedem Winterhalbjahr durchlaufen etwa 600 Feuerwehrleute die Atemschutzstrecke in Pleinfeld. Inzwischen sind etwa 100 davon Frauen. Die Pleinfelder Wehr macht übrigens nicht nur die Schulungen, sondern kümmert sich auch für rund 30 Wehren um die Wartung von deren Atemschutzgeräten.

  Mit dem Tag der offenen Tür, den die Pleinfelder Wehr etwa alle drei Jahre organisiert, wollen Kommandant Christian Arnold (inhaltlichen Fehler im Originaltext behoben) und seine Mitstreiter natürlich auch Öffentlichkeitsarbeit betreiben. Und natürlich hoffen sie, dass sie auch den einen oder anderen gewinnen können, um in den aktiven Dienst einzusteigen. Etwa 70 Aktive hat die Pleinfelder Wehr aktuell. Neben diesem Werbeaspekt ist der Tag der offenen Tür aber auch immer ein gemütliches Fest mitten im Ortskern, bei dem sich die Pleinfelder bei Gegrilltem, Kuchen und anderen Leckereien treffen.

(Artikel aus dem Weißenburger Tagblatt vom 16. September 2015, Lokalteil S. 5; Fotos: Maurer)


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