25.09.2015

Groß angelegte Übung
anlässlich der
Feuerwehr-Aktionswoche 2015

160 Feuerwehrmänner und -frauen, 19 Fahrzeuge, mehrere Hundert Meter Schlauchleitung, 14 Atemschutztrupps im Einsatz - das ist die Bilanz einer großen Übung anlässlich der Feuerwehr-Aktionswoche 2015, die die Feuerwehren des Brandkreises 1 (Gemeindegebiet Pleinfeld) am Freitagabend in der Kläranlage an der Prexelmühle durchführten.

Punkt 18 Uhr ertönten in sämtlichen Ortsteilen der Marktgemeinde die Sirenen, die Funkmeldeempfänger der Pleinfelder Aktiven lösten aus. Großalarm! „Brand Kläranlage und umliegender Wald nach Explosion”, lautete die Durchsage der Integrierten Leitstelle Mittelfranken-Süd.

Unter Blaulicht und Martinshorn, aber angesichts des Übungsalarms unter gebührender Berücksichtigung des normalen Straßenverkehrs, verlegten insgesamt rund 160 Einsatzkräfte zur Einsatzstelle.

Der stellvertretende Pleinfelder Kommandant Andreas Rixner übernahm die Gesamtleitung. Ihm und den eintreffenden Feuerwehrmännern und -frauen stellte sich vor Ort die Situation wie folgt dar: Der große Faulgasbehälter in der Kläranlage war explodiert. Durch herumfliegende Teile waren mehrere Gebäude, aber auch der angrenzende Wald in Brand geraten. Zahlreiche Personen waren aufgrund Feuer und Rauch in den Gebäuden der Kläranlage eingeschlossen, verletzt worden oder wurden vermisst.

Der erfahrere Einsatzleiter bildete mehrere Einsatzabschnitte, denen bedarfsorientiert Einsatzkräfte und -mittel zugeteilt wurden. Insgesamt 14 Atemschutztrupps der Feuerwehren Pleinfeld, Walting, Stirn und Ramsberg übernahmen die dringend erforderliche Menschenrettung und den Innenangriff in den brennenden Gebäuden, während die verbleibenden Einsatzkräfte die Brandbekämpfung von außen bzw. in den umliegenden Waldstücken übernahmen.

Immer häufiger wurde die Meldung „Feuer aus” abgesetzt, die Verletztensammelstelle füllte sich zusehends mit geretteten Personen. Etwa eineinhalb Stunden nach Alarmierung hieß es dann: „Übungsende”.

Der Einsatzleiter Andreas Rixner ergriff, nachdem die Aufräumarbeiten beendet und alle Übungsteilnehmer sich am Hauptgebäude der Kläranlage versammelt hatten, das Wort: „Das ist das zweite Mal innerhalb dieser Woche”, verkündete er, „dass ich so richtig stolz bin!” Er spielte - neben dem hohen Engagement der Berufsfeuerwehr Nürnberg, bei der er beschäftigt ist, im Zusammenhang mit der Flüchtlings-Unterbringung - auf „die gute Arbeit und das Engagement” an, das die 160 Freiwilligen gezeigt hatten.

„Frauen bei der Feuerwehr” ist der Schwerpunkt der diesjährigen Feuerwehr-Aktionswoche. Aus diesem Grund hatte auch die Frauenbeauftragte für die Feuerwehren des Landkreises die Übung beobachtet. Sie freute sich über die vielen Feuerwehrfrauen in den Reihen und sprach ihnen, aber auch den männlichen Kameraden, ihr Lob und ihre Anerkennung für die bei der Übung gezeigte Leistung aus.

Der zuständige Kreisbrandmeister des Brandkreises 1, Erich Herzner, Kreisbrandinspektor Norbert Becker und der Vertreter des zuständigen Zweckverbands für die Kläranlage, Josef Uhl, schlossen sich dem Dank und dem Lob ihrer Vorredner an. Auch die 2. Bürgermeisterin der Marktgemeinde, Ingeborg Dorschner, zeigte sich beeindruckt und versicherte den Feuerwehrleuten, dass sich die Einwohner des Gemeindegebietes „keine Sorgen um ihren Brandschutz machen” müssten.

Zum Abschluss konnten sich die Männer und Frauen mit Wurstsemmeln und Getränken stärken, bevor sie die Heimfahrt in ihre Gerätehäuser antraten, ihre Fahrzeuge wieder einsatzbereit machten und die dreckigen Schläuche sowie die gebrauchten Pressluftatmer für den nächsten Gebrauch vorbereiteten.

(Artikel von Frank Heller)


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