Zivilcourage
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Einer wird's schon machen??? - Zupacken statt Zuschauen

Jahresaktion: Feuerwehren werben für Zivilcourage

“Was geht mich das an?”, “Was kümmerts mich?”, “Was kann ich schon tun?” oder “Gibt es da nicht andere, die für so etwas zuständig sind?”. Es sind immer die gleichen Fragen und Einwände, mit denen sich “Gaffer” oder “Weggucker” rechtfertigen, die untätig Zeuge einer Straftat geworden sind oder an Unfallstellen keine Hilfe leisten. Mit der diesjährigen Feuerwehr-Aktionswoche möchten die 325.000 Feuerwehrdienstleistende Bayerns darauf aufmerksam machen, dass sie Zivilcourage zeigen, in dem sie “zupacken statt zuschauen”.

Die aufgeworfenen Fragen aus der Gewaltprävention der Polizei lassen sich einfach auf die Arbeit der Feuerwehren übertragen, denn viele Feuerwehrleute haben sicherlich schon Gleichgültigkeit, Bequemlichkeit und ein allenfalls von Sensationsgier unterbrochenes Desinteresse am Schicksal des Nächsten an einer Einsatzstelle angetroffen.

Die Phänomene des “Wegsehens” begünstigen ein Klima, in dem es Straftätern leicht fällt, weitgehend unbehelligt zu agieren. Trotzdem: Das ist nur die eine Seite der Medaille. Viele Menschen fühlen sich betroffen und wollen helfen, wenn andere belästigt, beraubt oder bedroht werden oder aus Sicht der Hilfsorganisation als “Verunfallte” die Hilfe der Feuerwehren brauchen.

Dennoch bleibt die Hilfe oft aus: Einmal, weil es am Wissen fehlt, ob und wenn ja, wie geholfen werden kann. Und zum Zweiten, weil viele sich vor jenen Unannehmlichkeiten fürchten, die das eigene Engagement mit sich bringen könnte, wie beispielsweise einen Zeitverlust.

Obwohl jeder Mensch dazu verpflichtet ist, Hilfe zu leisten, wenn die Situation es verlangt, soweit man sich dabei nicht selbst oder andere unzumutbar zu schadet (§323c StGB), ist an Einsatzstellen immer wieder festzustellen, dass zwar viele Leute gute Ratschläge parat haben, aber nicht einmal in der Lage sind eine Unfallstelle durch das Aufstellen eines Warndreieckes abzusichern.

Mit der Feuerwehr-Aktionswoche wollen die rund 7.700 Feuerwehren Bayern zeigen, dass jeder in unserer Gesellschaft bei einem Unglücksfall, durch beherztes Handeln etwas tun kann. Sei es durch das Absetzen eines Notrufes, andere zur Mithilfe aufzufordern, durch das leisten von Erster Hilfe oder einfach das “nur” da sein für einen Unfallbeteiligten oder einen Betroffenen. Im Hinblick auf Gewaltverbrechen kann man zusätzlich “genau hinsehen” und sich als Zeuge melden um wertvolle Hinweise zu geben, was natürlich auch bei einem Verkehrsunfall nie verkehrt ist.

Mit dieser Jahresaktion und einer monatlich erscheinenden Artikelserie möchten die Feuerwehrangehörigen das couragierte Handeln der Feuerwehrleute und dessen Wertschätzung, sowie die Vermittlung des vielseitigen Aufgabenspektrums der Feuerwehren darstellen. Ferner werben die Feuerwehren zusammen mit der Dominik-Brunner-Stiftung für Zivilcourage im Alltag.

(Musterpressetext des LFV Bayern e. V., überarbeitet von F. Heller)

Lesen Sie hier
einen Artikel zum Thema
“Zivilcourage bei Gewalt
und Unglücksfällen”
.


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