Zivilcourage
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Im Nebenjob
Feuerwehrmann und -frau

Zum Aufbau der Feuerwehren

“Wie, und dafür kriegen Sie gar nichts???” Diese oder ähnliche Fragen hören viele Angehörige der Freiwilligen Feuerwehren des Öfteren. Viele Bürger und Bürgerinnen können kaum glauben, dass die Einsatzkräfte, die nach fünf bis zehn Minuten am Schadensort eintreffen, ohne jegliche Entlohnung ihr Leben für ihre Mitmenschen einsetzen. Tatsächlich aber leisten die meisten Feuerwehrangehörigen freiwillig und ehrenamtlich ihren Dienst, mit allen Schwierigkeiten, die sich daraus in der Familie und am Arbeitsplatz ergeben.

Zum genaueren Verständnis soll an dieser Stelle der Aufbau bzw. die Gliederung einer Freiwilligen Feuerwehr dargestellt werden.

Aktive Wehr

Die Freiwillige Feuerwehr ist eine Einrichtung der jeweiligen Gemeinde oder Stadt. Nach dem Feuerwehrgesetz hat jede Gemeinde die Pflichtaufgabe, im Gemeindegebiet dafür zu sorgen, dass drohende Brand- und Explosionsgefahren beseitigt und Brände wirksam bekämpft werden sowie ausreichende technische Hilfe bei sonstigen Unglücksfällen oder Notständen im öffentlichen Interesse geleistet wird. Zur Erfüllung dieser Aufgaben haben die Gemeinden in den Grenzen ihrer Leistungsfähigkeit gemeindliche Feuerwehren aufzustellen, auszurüsten und zu unterhalten. Sie haben für die notwendigen Löschwasserversorgungsanlagen zu sorgen und diese zu unterhalten.

Der Feuerwehrdienst wird, soweit nichts anderes bestimmt ist, ehrenamtlich geleistet. In diesem Zusammenhang haben Feuerwehrdienstleistende an Einsätzen, Ausbildungsveranstaltungen, Sicherheitswachen und ggf. am Bereitschaftsdienst teilzunehmen. Feuerwehrdienst können alle Gemeindebewohner vom vollendeten 18. Lebensjahr an leisten; er endet in der Regel mit dem vollendeten 63. Lebensjahr.

Das bedeutet, dass alle Mitglieder der Wehr ehrenamtlichen, d. h. unbezahlten Dienst am Mitmenschen in ihrer Freizeit leisten. Ihr Motto lautet hierbei: “Gott zur Ehr, dem Nächsten zur Wehr”. Nach dem Bayerischen Feuerwehrgesetz ist streng genommen jede volljährige Person verpflichtet, Dienst in der örtlichen Freiwilligen Feuerwehr zu leisten. Dieser Verpflichtung wirken die Feuerwehrvereine entgegen, in dem sie für die gemeindliche Einrichtung “Freiwillige Feuerwehr” Einsatzkräfte werben und zur Verfügung stellen.

Für Einsätze sind sämtliche Arbeitgeber verpflichtet, freiwillige Feuerwehrleute vom Dienst freistellen. Sie bekommen hierfür den Verdienstausfall von der Gemeinde erstattet. Auch bei Schulungen und Lehrgängen an den staatlichen Feuerwehrschulen findet diese Regelung Anwendung. Allerdings bekommen die Ehrenamtlichen immer mehr Probleme bei der Freistellung vom Arbeitsplatz, weil der Arbeitsdruck in den Firmen immer höher wird und nicht jeder alles “stehen und liegen lassen” kann, um zum Feuerwehreinsatz zu fahren.

Oberster Dienstherr der Wehren ist der Bürgermeister der Stadt oder Gemeinde, in Pleinfeld dem Bürgermeister Josef Miehling. Die Leitung der Wehr obliegt dem Kommandanten Erich Herzner. Er ist für die Organisation sowie die Einsatzbereitschaft der Wehr verantwortlich und Ansprechpartner für die Verwaltung.

Zudem fallen viele zusätzlich Aufgaben innerhalb der Wehr an, die ebenfalls von Ehrenamtlichen übernommen werden. So kümmert sich beispielsweise der Jugendwart um den Nachwuchs, der Gerätewart um die Wartung und Einsatzbereitschaft der Fahrzeuge und Gerätschaften und der Atemschutzverantwortliche um die Geräteträger und die Geräte der Pleinfelder Feuerwehr.

Feuerwehrverein

Oft wird der Feuerwehrverein mit der Einsatzabteilung der gemeindlichen Einrichtung Feuerwehr verwechselt. Genau genommen besteht eine Freiwillige Feuerwehr in Bayern in der Regel aus zwei Teilen.

Einerseits ist die Freiwillige Feuerwehr als so genannte “gemeindliche” Feuerwehr als Organ der Gemeinde tätig, andererseits wird die Bezeichnung “Freiwillige Feuerwehr” auch für den Feuerwehrverein genutzt.

Der örtliche Feuerwehrverein ist in der Regel ein eingetragener Verein und als gemeinnützig anerkannt, so auch in Pleinfeld. Er hat, wie andere Vereine auch, eine von der Mitgliederversammlung gewählte Vorstandschaft sowie Mitglieder. Neben den Aktiven, die die Mannschaft der gemeindlichen Einrichtung Feuerwehr stellen, sind auch zahlreiche passive Mitglieder, quasi als Förderer, vertreten. Insgesamt ist der Feuerwehrverein als “Förderverein” der aktiven Wehr zu verstehen. Er fördert einerseits die Kameradschaft der Feuerwehrangehörigen durch Veranstaltungen und Aktivitäten, andererseits finanziert er feuerwehrtechnische Zusatzausstattungen der aktiven Wehr. Viele Feuerwehrvereine unterstützen die Kommunen beim Fahrzeugkauf oder beim Gerätehausbau durch Eigenleistung über die Pflichtaufgaben der Kommunen hinaus.

Welcher Verein gibt heute einer Kommune noch Geld??? Von anderen Vereinen müssen sich die Feuerwehren anhören: “Ihr bekommt alles von der Gemeinde finanziert”, was sich bei genauerer Betrachtung als falsch herausstellt.

Für die Organisation des Feuerwehrvereins zeigt sich die Vorstandschaft verantwortlich. Dabei ist es nicht ungewöhnlich, dass Führungspersonal der aktiven Wehr auch im Bereich des Feuerwehrvereins tätig ist. So ist beispielsweise in Pleinfeld Kommandant Herzner gleichzeitig Vorstand.

Wie in vielen anderen Gemeinden organisiert auch in Pleinfeld der Feuerwehrverein unter anderem die Maibaumaufstellung, den jährlichen Ausflug und integriert sich auf Bürgerfesten oder ähnlichem als kultureller Bestandteil in das Ortsleben. Neben den vorangegangenen, meist geselligen Tätigkeiten finanziert der Feuerwehrverein durch Veranstaltungserlöse auch feuerwehrtechnische Zusatzausstattungen für die aktive Wehr, welche von den Kommunen nicht getätigt werden würden.

(Musterpressetext des LFV Bayern e. V., überarbeitet von F. Heller)

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“Feuerwehr und Familie”.


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