Zivilcourage
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Bürger: “Die Feuerwehr kommt mit zu vielen Fahrzeugen”

Jahresaktion: Feuerwehren räumen mit Vorurteilen auf

Aussagen wie “Da muss was schlimmes passiert sein, wenn die mit soviel Fahrzeugen kommen” oder “Das ist Euer Beruf” sind landläufige Vorurteile gegenüber den Feuerwehren. Im Rahmen ihrer Jahresaktion, bei der zum „Zupacken statt Zuschauen“ geworben wird, soll mit einigen Vorurteilen aufgeräumt werden.

Wenn die Einsatzkräfte mit mehreren Fahrzeugen, beispielsweise mit einem Lösch- oder Rüstzug ausrücken, obwohl möglicherweise nicht alle Gerätschaften an der Einsatzstelle benötigt werden, liegt das daran, dass die Feuerwehren für alle möglichen Szenarien gerüstet sein müssen. Bei der Notrufmeldung wird der Leitstelle ein “Ölauslauf nach einem Verkehrsunfall” gemeldet, an der Einsatzstelle stellt sich dann aber heraus, dass noch eine Person im Fahrzeug eingeklemmt ist und Rettungsschere sowie Spreizer benötigt werden. Hier ergäbe sich ein fataler Zeitverlust, wenn das Fahrzeug mit hydraulischem Rettungsgerät erst nachgefordert werden müsste.

Feuerwehrfahrzeuge sind meist für ein Spezialgebiet optimiert. Während die einen für die Brandbekämpfung mit Wasser und Schlauchmaterial ausgerüstet sind, sind andere für die technische Hilfeleistung mit hydraulischem Rettungsgerät und Hebekissen oder für den Umweltschutz mit speziellen Pumpen, Anzügen und Auffangbehältern bestimmt. Würden alle Gerätschaften auf einem Fahrzeug verstaut werden, würde dies schnell überladen, zu schwer und nicht mehr manövrierfähig werden.

Ein weiterer Aspekt, der den Feuerwehren immer wieder zum Vorwurf gemacht wird, sind die Fahrten mit Blaulicht und Martinshorn, die auch oft bei Nacht stattfinden. Nicht etwa, weil es so sonderlich viel Spaß macht, fahren die Lenker der Feuerwehrfahrzeuge mit Sondersignalen - im Gegenteil, der Stressfaktor wird durch die Lärmbelastung des Martinshorns nur erhöht. Allein versicherungs- und haftungsrechtliche Gründe geben Ausschlag darüber, ob Sondersignale zum Einsatz kommen oder nicht. Gerade, wenn die Feuerwehr von ihren Sonder- und Wegerechten Gebrauch macht und sich bewusst über regulär geltende Vorfahrts- oder sonstige Regelungen aus der Straßenverkehrsordnung hinwegsetzt, ist es auf Grund vielfacher einschlägiger Gerichtsentscheidungen unbedingt erforderlich, dass sowohl Blaulicht als auch Martinshorn eingesetzt werden.

(Musterpressetext des LFV Bayern e. V., überarbeitet von F. Heller)

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