Zivilcourage
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Schneller, besser und effektiver helfen durch neue Techniken

Jahresaktion: Neue Ausrüstung und Techniken bei der Feuerwehr

Mit neuen Techniken und Einsatzstrategien gehen die Feuerwehren bereits seit einigen Jahren und auch in Zukunft effektiver zur Sache: Mit der Wärmebildkamera ein Feuer in einem verqualmten Zimmer lokalisieren und gezielt mit Wasser bekämpfen ist eine Möglichkeit, Brände schneller und effektiver zu löschen, die bei vielen Feuerwehren immer häufiger zum Einsatz kommen. Durch die Kamera werden Wärmequellen anzeigt und in einem Raum, in dem nur wenige Zentimeter Sichtweite herrscht, kann gezielter gelöscht und nach Menschen gesucht werden. Nicht zuletzt der Versicherungskammer Bayern, die jedem Landkreis in den letzten fünf Jahren eine Kamera sponserte, ist es zu verdanken, dass die rund 10.000 Euro teuren Wärmebildkameras immer häufiger bei größeren Feuerwehren eingesetzt werden. Einsatzzeiten verkürzen sich, Wasserschäden werden minimiert.

Ein weiteres Projekt der Versicherungskammer ist der mobile Rauchverschluss. Dieser versetzt die Wehren in die Lage, die Ausbreitung von Brandrauch sehr viel besser als bisher zu kontrollieren und zu begrenzen. Die Feuerwehr geht bei Brandeinsätzen in mehrgeschossigen Gebäuden meist über den Treppenraum vor. Hierbei besteht die Gefahr, dass durch das erforderliche Öffnen von Türen der Treppenraum als wichtigster Rettungsweg für fliehende Menschen durch die Rauchausbreitung unpassierbar wird. Mit einem mobilen Rauchverschluss lassen sich rauchfreie Treppenräume als Rettungswege für die Selbst- und Fremdrettung sicherstellen, Rauchgasinhalationen vermeiden, kritische Einsatzsituationen entschärfen und umfangreiche Sachschäden verhindern. Bislang sponserte die Versicherungskammer rund 1.450 Rauchverschlüsse.

Mit der Umsetzung der Integrierten Leitstellen mit dem einheitlichen Notruf 112 muss sich die Bevölkerung nur noch eine Notfallnummer merken und erhält durch bessere technische Möglichkeiten in den Leitstellen schnellere und kompetentere Hilfe, indem die Einsätze von Feuerwehr und Rettungsdienst unter einem Dach, von einer Stelle aus, koordiniert werden. Durch die Handyortung, die durch die Björn-Steiger-Stiftung zur Verfügung gestellt wird, ist es den Einsatzzentralen seit zwei Jahren möglich, Handys zu orten, wenn sich beispielsweise jemand im Wald verlaufen hat oder während des Gespräches ohnmächtig wird. Ungenaue Ortsangaben bei der Notfallmeldung sind an der Tagesordnung. Um einem Missbrauch zu verhindern, muss der Betroffene seine Zustimmung geben und das Gespräch muss aufgezeichnet sein. Ein zur Zeit in der Fahrzeugindustrie diskutiertes und von der EU gefordertes Notfallmeldesystem, das bei einem Unfall die genauen GPS-Standortinfos an die Leitstelle sendet, könnte eine weitere Innovation bei der Notrufabwicklung sein.

Die veraltete Funktechnik der Polizei- und Hilfsorganisationen soll in den nächsten zehn Jahren durch den Digitalfunk abgelöst werden. Eine bessere Funkversorgung mit weniger Überreichweiten in den Landkreisen, Abhörsicherheit, Telefonanbindung, Gruppenbildung, bei der nur die Einsatzkräfte einer Einsatzstelle sich unterhalten können, Datenfunk, mit dem GPS-Standortdaten der Fahrzeuge in die Leitstelle übertragen werden können, sind nur einige neue Möglichkeiten, die die Hilfsorganisationen in gut fünf bis zehn Jahren nutzen werden.

Auch die Fahrzeugtechnik wird immer besser auf die Bedürfnisse der Feuerwehren abgestimmt, um beispielsweise mit weniger Einsatzpersonal effektiv arbeiten zu können. Wechsellader-Fahrzeuge setzen sich immer mehr auch bei den Freiwilligen Feuerwehren durch. Gerätschaften und Spezialausrüstungen, wie Ölsperren, Gefahrgutausrüstung, große Schlauchmengen, Sonderlöschmittel, und größere Einsatzleitkomponenten, die selten benötigt werden, sind in sogenannten Abrollbehältern untergebracht. Ein Trägerfahrzeug, das jeweils einen Abrollbehälter aufnimmt, transportiert diesen an die Einsatzstelle und kann ihn wie einen Container abstellen. Hierdurch braucht nicht für jedes Spezialgerät ein Fahrzeug angeschafft werden. Ein LKW-Fahrgestell kann für mehrere Abrollbehälter verwendet werden, und es werden somit Kosten bei der Beschaffung eingespart. Bei der Wiederbeschaffung wird nur das Fahrgestell ersetzt und der Abrollbehälter wird weiterverwendet.

(Musterpressetext des LFV Bayern e. V., überarbeitet von F. Heller)

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“Sonder- und Wegerechte”.


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